Namibia-AG

Die Schulpartnerschaft mit der Hage Geingob High School in Windhoek - Namibia ist geknüpft und die Kontakte mit der Schule verdichten sich per E-Mail. Die Arbeitsgemeinschaft mit Schülern und Schülerinnen der Klasse 9A bereitet sich inhaltlich wie auch ganz praktisch auf einen Kontakt vor und versucht das Partnerland vielseitig zu erkunden und zu verstehen.

So hatten wir in der zweiten Dezemberhälfte anregenden und sehr sympathischen Besuch in der Schule: Frau Stefanie-Lahya Aukongo hat eine ganz und gar ungewöhnliche Biographie vorzuweisen. Sie hat noch im Bauch ihrer Mutter 1977 nur knapp ein Massaker im namibischen Flüchtlingslager auf angolanischem Staatsgebiet überlebt. Die DDR nahm die schwer verwundete Mutter im Zuge humanitärer Hilfe auf und versorgte 30 Verletzte im Krankenhaus von Berlin-Buch. So kam Stefanie, motorisch etwas behindert, im Mai 1978 dort zur Welt. Durch glückliche Umstände musste das Kind nicht zurück nach Namibia. Es wuchs vielmehr sehr zufrieden bei Pflegeeltern in Berlin (Ost) auf und erlebte dann schließlich zwei deutsche Staaten. Für sich schon eine spannende Geschichte!

Von ihrer Pflegefamilie wurde Stefanie jedoch mehrfach zu ihrer Familie nach Namibia geschickt, um ihre Wurzeln kennen zu lernen. Auf diese Weise konnten wir Teil haben an ihren reichhaltigen Erfahrungen bei der Oma, weit im ländlichen Norden Namibias. Stefanie bot uns fröhlich viel Exotisches an: Getrocknete Insektenlarven zum Essen ("Aber Kopf und Popo vorher abmachen!") oder ein "erotisierendes Parfüm", ein Geschenk von der Großmutter (ein braunes Pulver in einer kleinen Kalebasse, dass eher etwas muffig roch - siehe Foto).

Gerade kam Stefanie Aukongo erneut aus Namibia zurück, wo sie als Wahlbeobachterin eingesetzt war. So konnte sie uns auch sehr authentisch von der aktuellen politischen Situation im Land und von ihrer Aufgabe berichten.

Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9A und des Erdkunde-Profilkurses waren von den Berichten und auch von der Person Frau Aukongos sehr angetan Es der Besuch hat sie erneut motiviert, weiter an dem Projekt "Namibia" zu arbeiten.

An dieser Stelle sei auch dem EPIZ gedankt, das den Einsatz der Referentin koordinierte und hauptsächlich finanzierte - neben einem Beitrag der AEO.

Heidi Küttner-Neuhaus

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